Brutto Netto Rechner für Beamte 2026
Beamte zahlen keine Sozialversicherungsbeiträge — von den Dienstbezügen gehen nur Lohnsteuer, ggf. Soli und Kirchensteuer ab. Dieser Rechner berechnet Ihr Netto nach der Mindestvorsorgepauschale (§ 39b EStG), zieht auf Wunsch Ihren PKV-Eigenanteil ab und zeigt den direkten Vergleich zum Angestellten mit gleichem Brutto.
Der Angestellten-Wert nutzt denselben Rechenkern wie unser Hauptrechner (GKV mit 2,9 % Zusatzbeitrag, kinderlos ab 23). Beim Beamten sind 320,00 € PKV-Eigenanteil bereits abgezogen.
Warum Beamte mehr netto haben
Drei strukturelle Unterschiede machen die Beamten-Abrechnung aus:
Keine Sozialabgaben
Keine Renten- (9,3 %), Arbeitslosen- (1,3 %), Kranken- (~8,75 %) und Pflegeversicherung (~1,8 %) — zusammen rund 21 % Ersparnis gegenüber Angestellten (bis zu den Bemessungsgrenzen).
PKV + Beihilfe
Der Dienstherr übernimmt per Beihilfe meist 50 % der Krankheitskosten (70 % mit 2+ Kindern oder als Pensionär). Beamte versichern nur die Restkosten privat — die PKV-Prämie ist daher vergleichsweise niedrig.
Pension statt Rente
Statt gesetzlicher Rente gibt es das Ruhegehalt vom Dienstherrn — bis zu 71,75 % der letzten ruhegehaltfähigen Dienstbezüge nach 40 Dienstjahren, ohne eigenen Beitrag während der Laufbahn.
Beamter vs. Angestellter: Netto-Beispiele 2026
Steuerklasse I, ohne Kirchensteuer, vor PKV-Eigenanteil — berechnet mit demselben Rechenkern wie oben.
| Brutto / Monat | Netto Beamter | Netto Angestellter | Vorteil Beamter |
|---|---|---|---|
| 3.500,00 € | 2.929,76 € | 2.349,38 € | +580,38 € |
| 4.500,00 € | 3.596,47 € | 2.894,22 € | +702,25 € |
| 5.500,00 € | 4.221,63 € | 3.413,61 € | +808,02 € |
| 6.500,00 € | 4.808,78 € | 3.954,62 € | +854,16 € |
Vom Beamten-Netto geht in der Praxis noch der PKV-Eigenanteil ab (je nach Alter, Beihilfesatz und Tarif, häufig grob 200–400 € im Monat) — im Rechner oben können Sie ihn direkt mit einrechnen.
Häufige Fragen zum Beamten-Netto
Warum haben Beamte mehr netto als Angestellte?
Welche Abzüge haben Beamte vom Brutto?
Was ist die Beihilfe?
Wie wird die Lohnsteuer bei Beamten berechnet?
Gilt der Rechner auch für Beamte in NRW, Bayern oder Baden-Württemberg?
Zahlen Beamte in die Rentenversicherung ein?
Beamte: Warum vom Brutto deutlich mehr netto übrig bleibt
Beamte zahlen keine Beiträge zur Renten-, Arbeitslosen- und gesetzlichen Kranken- oder Pflegeversicherung. Vom Bruttogehalt gehen nur Lohnsteuer, gegebenenfalls Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer ab. Dafür tragen sie ihre private Krankenversicherung selbst — allerdings nur den Anteil, den die Beihilfe des Dienstherrn nicht abdeckt.
Die wichtigsten Werte auf einen Blick
- Sozialversicherungsbeiträge
- keine
- Ersparnis gegenüber Angestellten
- 21,15 % vom Brutto
- Beihilfe im Regelfall
- 50 % der Kosten
- Beihilfe Versorgungsempfänger / ab 2 Kindern
- 70 %
- Mindestvorsorgepauschale
- 12 % des Arbeitslohns
- Lohnsteuer
- bundeseinheitlich nach § 32a EStG
So wird gerechnet — Schritt für Schritt
- 1Dienstbezüge feststellen
Grundgehalt der Besoldungsgruppe und -stufe zuzüglich Familienzuschlag und etwaiger Zulagen.
- 2Lohnsteuer berechnen
Nach demselben Tarif wie bei allen Arbeitnehmern. Da keine Sozialversicherungsbeiträge anfallen, wird beim Lohnsteuerabzug die Mindestvorsorgepauschale von 12 % des Arbeitslohns angesetzt.
- 3Zuschläge abziehen
Solidaritätszuschlag oberhalb der Freigrenze und gegebenenfalls Kirchensteuer.
- 4PKV-Prämie berücksichtigen
Die private Krankenversicherung wird direkt vom Konto gezahlt und ist kein Lohnabzug — versichert wird nur der nicht von der Beihilfe gedeckte Anteil.
Der Nettovorteil ist real, aber kein reiner Gewinn
Weil die 21,15 % Arbeitnehmer-Sozialabgaben entfallen, liegt das Nettogehalt eines Beamten bei gleichem Brutto deutlich über dem eines Angestellten — je nach Gehaltshöhe mehrere hundert Euro im Monat. Den direkten Vergleich rechnet der Brutto-Netto-Rechner für die Angestelltenseite.
Diesem Vorteil stehen jedoch die PKV-Prämie gegenüber, die direkt vom Konto abgeht und mit dem Alter steigt, sowie der Umstand, dass keine Ansprüche in der gesetzlichen Rentenversicherung entstehen. An deren Stelle tritt die Beamtenversorgung, die anderen Regeln folgt als die Punktesystematik im Rentenpunkte-Rechner.
Beihilfe und private Krankenversicherung
Die Beihilfe ist der Zuschuss des Dienstherrn zu Krankheitskosten und übernimmt im Regelfall 50 %, bei Versorgungsempfängern und bei zwei oder mehr Kindern 70 %. Privat abzusichern ist deshalb nur der Restanteil, was die Prämie gegenüber einer Vollversicherung erheblich senkt — der Hauptgrund, warum die PKV für Beamte strukturell günstig ist.
Der grundsätzliche Vergleich beider Systeme steht unter PKV vs. GKV. Zu beachten: Die Beihilfesätze für Ehepartner unterscheiden sich zwischen den Ländern.
Gilt der Rechner für alle Bundesländer?
Ja — die Lohnsteuer ist bundeseinheitlich, die Nettoberechnung passt daher für alle Länder. Unterschiedlich sind die Besoldungstabellen selbst (A-, B-, R- und W-Besoldung fallen je Land verschieden hoch aus) und die Beihilferegelungen im Detail.
Wer im öffentlichen Dienst angestellt statt verbeamtet ist, rechnet mit dem TVöD-Rechner; dort gelten die vollen Sozialabgaben. Für die Einordnung des Gehalts hilft das Durchschnittsgehalt Deutschland.
§ 32a EStG · § 39b Abs. 2 EStG · Beihilfeverordnungen der Länder · Rechenwerte Sozialversicherungs-Rechengrößenverordnung 2026/2027. Stand: 1. September 2026. Keine Steuerberatung.