Gehalt nach Branche
Was verdient man in Pflege, Gastronomie, Handwerk oder IT — und was bleibt davon netto übrig? Amtliche Durchschnittsverdienste 2025, kombiniert mit dem Nettogehalt nach dem Steuerrecht 2026. Jede Branche hat dabei ihre eigenen Steuerregeln.
Durchschnittliches Bruttojahresgehalt im Vergleich
Vollzeitbeschäftigte, einschließlich Sonderzahlungen. Die gestrichelte Marke zeigt den Durchschnitt über alle Wirtschaftszweige (64.441 €).
- IT & Software86.638 € brutto/Jahr · 4.340 € netto/Monat
- Industrie67.520 € brutto/Jahr · 3.478 € netto/Monat
- Pflege62.503 € brutto/Jahr · 3.265 € netto/Monat
- Handel & Einzelhandel59.558 € brutto/Jahr · 3.138 € netto/Monat
- Öffentlicher Dienst59.350 € brutto/Jahr · 3.129 € netto/Monat
- Handwerk54.358 € brutto/Jahr · 2.910 € netto/Monat
- Logistik51.843 € brutto/Jahr · 2.798 € netto/Monat
- Gastronomie39.749 € brutto/Jahr · 2.244 € netto/Monat
| Branche | Ø Brutto / Jahr | Ø Brutto / Monat | Netto / Monat (SK I) |
|---|---|---|---|
| IT & SoftwareInformation und Kommunikation | 86.638 € | 7.220 € | 4.339,72 € |
| IndustrieVerarbeitendes Gewerbe | 67.520 € | 5.627 € | 3.477,60 € |
| PflegeGesundheits- und Sozialwesen | 62.503 € | 5.209 € | 3.264,89 € |
| Handel & EinzelhandelHandel, Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen | 59.558 € | 4.963 € | 3.137,95 € |
| Öffentlicher DienstÖffentliche Verwaltung, Verteidigung, Sozialversicherung | 59.350 € | 4.946 € | 3.128,93 € |
| HandwerkBaugewerbe | 54.358 € | 4.530 € | 2.910,08 € |
| LogistikVerkehr und Lagerei | 51.843 € | 4.320 € | 2.798,16 € |
| GastronomieGastgewerbe | 39.749 € | 3.312 € | 2.244,36 € |
Durchschnitt, nicht Median. Diese Werte sind arithmetische Mittel — wenige sehr hohe Gehälter ziehen sie nach oben. Der Median der Gesamtwirtschaft lag 2025 bei 54.066 €, also 10.375 € unter dem Durchschnitt. Wo Ihr eigenes Gehalt in der Verteilung steht, zeigt die Brutto-Netto-Gehaltstabelle.
Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis), Durchschnittliche Bruttojahresverdienste von Vollzeitbeschäftigten im Jahr 2025 (Stand 1. April 2026). Nettobeträge berechnet nach dem Steuer- und Sozialversicherungsrecht 2026, Steuerklasse I, kinderlos, ohne Kirchensteuer.
Jede Branche hat ihre eigene Steuerregel
Der Unterschied beim Netto entsteht nicht nur durch die Höhe des Gehalts. Steuerfreie Zuschläge, Pauschalen und Freibeträge wirken je nach Branche völlig verschieden.
IT & Software
86.638 €Oberhalb der Beitragsbemessungsgrenzen sinkt die Abgabenquote
Die IT ist nach den Finanzdienstleistungen der bestbezahlte große Wirtschaftszweig in Deutschland. Genau daraus folgt eine Besonderheit beim Netto, die in niedriger bezahlten Branchen keine Rolle spielt: Ein erheblicher Teil der Beschäftigten verdient oberhalb der Beitragsbemessungsgrenzen — ab dort steigen die Sozialabgaben nicht weiter mit.
Zur BrancheIndustrie
67.520 €Einmalzahlungen werden anders besteuert als das laufende Gehalt
Das Verarbeitende Gewerbe liegt beim Durchschnittsverdienst deutlich über der Gesamtwirtschaft — vor allem wegen der Flächentarifverträge und des hohen Anteils an Schichtarbeit. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind hier tariflich weit verbreitet und verändern das Netto in den Auszahlungsmonaten spürbar.
Zur BranchePflege
62.503 €Nacht-, Sonntags- und Feiertagszuschläge sind steuerfrei (§ 3b EStG)
Kaum eine Branche hängt beim Netto so stark an Zuschlägen wie die Pflege. Zwei Pflegekräfte mit identischem Grundgehalt können am Monatsende mehrere Hundert Euro auseinanderliegen — je nachdem, wie viele Nacht-, Sonntags- und Feiertagsdienste im Schichtplan standen. Der Grund ist steuerlicher Natur: Diese Zuschläge sind unter bestimmten Bedingungen steuerfrei, während das Grundgehalt voll versteuert wird.
Zur BrancheHandel & Einzelhandel
59.558 €Personalrabatt bleibt bis 1.080 € im Jahr steuerfrei (§ 8 Abs. 3 EStG)
Im Einzelhandel arbeiten überdurchschnittlich viele Beschäftigte in Teilzeit und mit wechselnden Stundenzahlen. Neben dem Grundgehalt gibt es einen geldwerten Vorteil, der oft nicht als Teil der Vergütung wahrgenommen wird: den Personalrabatt auf die Waren des eigenen Arbeitgebers.
Zur BrancheÖffentlicher Dienst
59.350 €Beamte und Tarifbeschäftigte werden völlig unterschiedlich abgerechnet
Der öffentliche Dienst kennt zwei völlig verschiedene Abrechnungswelten: Tarifbeschäftigte nach TVöD oder TV-L auf der einen Seite, Beamte auf der anderen. Der Unterschied ist beim Netto größer als beim Brutto — Beamte zahlen weder in die Renten- noch in die Arbeitslosenversicherung ein und sind privat krankenversichert.
Zur BrancheHandwerk
54.358 €Verpflegungsmehraufwand bei Auswärtstätigkeit auf Baustellen
Im Bauhauptgewerbe arbeiten viele Beschäftigte nicht am Betriebssitz, sondern auf wechselnden Baustellen. Steuerlich ist das ein Vorteil: Wer keine erste Tätigkeitsstätte hat, kann Verpflegungsmehraufwand geltend machen und Fahrten anders abrechnen als Pendler mit festem Arbeitsort.
Zur BrancheLogistik
51.843 €Übernachtungspauschale für Berufskraftfahrer: 9 € pro Tag
Die Logistik teilt sich beim Netto in zwei sehr unterschiedliche Gruppen: Lagerbeschäftigte mit festem Arbeitsort und Fahrpersonal im Fernverkehr. Für Berufskraftfahrer gibt es eine eigene Pauschale, die es in keiner anderen Branche gibt — sie wird in der Praxis häufig übersehen.
Zur BrancheGastronomie
39.749 €Trinkgeld von Gästen ist unbegrenzt steuerfrei (§ 3 Nr. 51 EStG)
Das Gastgewerbe ist der Wirtschaftszweig mit dem niedrigsten Durchschnittsverdienst in Deutschland — ein erheblicher Teil der Beschäftigten arbeitet in Teilzeit, im Minijob oder nah am gesetzlichen Mindestlohn. Beim Netto spielen deshalb zwei Dinge eine überdurchschnittlich große Rolle: die Minijob- und Midijob-Grenzen und die Frage, wie Trinkgeld behandelt wird.
Zur BrancheHäufige Fragen
Von den hier verglichenen Branchen liegt IT & Software mit 86.638 € durchschnittlichem Bruttojahresverdienst vorn, am unteren Ende steht Gastronomie mit 39.749 €. Über alle Wirtschaftszweige hinweg führen die Finanz- und Versicherungsdienstleistungen (91.678 €) sowie die Energieversorgung (84.487 €).
Alle Werte auf dieser Seite sind Durchschnitte (arithmetisches Mittel) für Vollzeitbeschäftigte, einschließlich Sonderzahlungen. Der Median liegt deutlich niedriger: In der Gesamtwirtschaft standen 2025 einem Durchschnitt von 64.441 € ein Median von 54.066 € gegenüber. Der Grund ist die schiefe Verteilung — wenige sehr hohe Gehälter heben den Durchschnitt, während der Median die tatsächliche Mitte markiert.
Weil der Einkommensteuertarif progressiv ist: Mit steigendem Brutto steigt der Steuersatz, sodass von jedem zusätzlichen Euro anteilig weniger übrig bleibt. Zwischen der bestbezahlten und der schlechtestbezahlten Branche in dieser Tabelle liegen brutto rund 46.889 € im Jahr — netto fällt der Abstand spürbar geringer aus.
Nein, alle Angaben beziehen sich auf Vollzeitbeschäftigte. Gerade in der Gastronomie und im Einzelhandel arbeitet ein großer Teil der Beschäftigten in Teilzeit oder im Minijob — der Branchendurchschnitt liegt dort also deutlich über dem, was viele tatsächlich verdienen.
Die Verdienstangaben stammen aus der Verdiensterhebung des Statistischen Bundesamtes für das Berichtsjahr 2025 (Stand 1. April 2026). Amtliche Verdienstdaten erscheinen mit etwa einem Jahr Verzug, aktuellere Werte liegen noch nicht vor. Die Nettobeträge sind dagegen mit den Steuer- und Sozialversicherungsparametern 2026 berechnet.