Brutto-Netto-Rechner im Vergleich 2026/2027
Ein Brutto-Netto-Rechner ermittelt aus dem Bruttogehalt nach der amtlichen Steuerformel das Nettogehalt. Alle seriösen Rechner nutzen dieselbe gesetzliche Grundlage — unterschiedlich sind Funktionen und Annahmen, gerade für 2027. Dieser Vergleich stellt BruttoNettoCalculator, gehalt.de und Finanztip Zeile für Zeile gegenüber: Wer rechnet 2027 und mit welchen Werten, wer kann Netto zu Brutto, Krankenkasse, Midijob und Beamte — und wo die anderen die Nase vorn haben.
Offenlegung: BruttoNettoCalculator ist unser eigenes Produkt. Alle Angaben zu gehalt.de und Finanztip stammen von den öffentlich abrufbaren Rechnerseiten, geprüft am 2. Oktober 2026, und sind unten einzeln mit Fußnoten belegt. Stärken der anderen Rechner stehen genauso in der Tabelle wie unsere.
Funktionen im direkten Vergleich
„Nicht auf dieser Seite“ bedeutet: auf der verglichenen Rechnerseite nicht angeboten — der Anbieter kann die Funktion an anderer Stelle führen. Hochgestellte Zahlen verweisen auf die Belege unter der Tabelle.
| Merkmal | BruttoNettoCalculator | gehalt.de | Finanztip |
|---|---|---|---|
| Steuerjahr 2026 nach § 32a EStG | Ja | Ja | Ja |
| Steuertarif 2027 (Regierungsentwurf vom 2.9.2026) | Jaeigener Rechner | Nein1 | Ja10Jahr umschaltbar |
| Reformszenarien 2027 (ohne Reform · Entwurf · Stufe 2028) | Ja3 Szenarien | Nicht auf dieser Seite1 | Teilweise10ein Szenario (Entwurf) |
| Sozialabgaben 2027 mit neuen Beitragsbemessungsgrenzen | Ja20PAP-2027-Entwurf, Stand 2026 wählbar | Nicht auf dieser Seite1 | Ja11BMAS-Entwurf eingerechnet |
| Netto → Brutto (exakte Umkehrrechnung) | Ja23eigener Rechner, 2026 & 2027 | Teilweise2Faustregel 1,3–1,4 × | Nicht auf dieser Seite12 |
| Vergangene Steuerjahre | Nein | Ja32024 · 2025 | Nein102026 & 2027 |
| Eigener Krankenkassen-Zusatzbeitrag | Teilweise21Krankenkassen-Rechner | Ja3Detailmodus | Ja13Kassenauswahl |
| Alter bzw. Geburtsjahr als Eingabe | Teilweisenur „kinderlos ab 23“ | Ja3Detailmodus | Ja13 |
| Privat versichert / ohne Renten- oder Arbeitslosenversicherung | Teilweise22Beamten-Rechner | Ja3 | Ja13 |
| Zusätzlicher Steuerfreibetrag | Nein | Ja4Jahresfreibetrag | Ja13 |
| Beamten-Besoldung (ohne Sozialabgaben) | Jaeigener Rechner | Nicht auf dieser Seite5 | Teilweise14„erste Orientierung“ |
| Midijob-Übergangsbereich (603,01–2.000 €) | Jaeigener Rechner | Nicht auf dieser Seite5 | Nein15 |
| Firmenwagen (1 %-Regelung) | Jaeigener Rechner | Nicht auf dieser Seite5 | Nicht auf dieser Seite16 |
| Eigene Seite je Bundesland | Jaalle 16 | Nein6nur Eingabefeld | Nein13nur Eingabefeld |
| Kostenlos, ohne Konto | Janur Brutto nötig | Ja7Beruf & Wohnort Pflicht | Ja |
| Rechtsquellen bzw. Entwürfe verlinkt | Ja§ 32a EStG, Entwürfe | Teilweise8erklärt, nicht verlinkt | Ja11Entwürfe verlinkt |
| Sprachen | JaDE · EN · PL · RO · TR · UK | Teilweise9DE | Teilweise9DE |
- 1gehalt.de: Die geprüfte Rechnerseite erwähnt 2027 nicht; das Abrechnungsjahr ist wählbar zwischen 2026, 2025 und 2024 (geprüft 29.07. und 02.10.2026).
- 2gehalt.de beantwortet „Gibt es auch einen Netto-Brutto-Rechner?“ mit der Empfehlung, das 1,3- bis 1,4-fache des gewünschten Nettos als Brutto einzugeben — eine Näherung, keine Umkehrrechnung.
- 3gehalt.de: Detailmodus laut Seitentext mit Berechnungsjahr, Geburtsjahr, Krankenkassensatz und Rentenversicherung; im Formular „gesetzlich / privat versichert“.
- 4gehalt.de erläutert den Jahresfreibetrag in einem eigenen Abschnitt der Rechnerseite.
- 5Auf der geprüften gehalt.de-Rechnerseite nicht angeboten. gehalt.de kann solche Rechner an anderer Stelle führen — deshalb „nicht auf dieser Seite“ statt „kann das nicht“.
- 6gehalt.de erhebt das Bundesland als Eingabefeld (wegen der Kirchensteuer), führt aber keine eigenen Bundesland-Seiten.
- 7gehalt.de: Im Formular sind Beruf und Wohnort als Pflichtfelder markiert; eine Anmeldung ist nicht nötig.
- 8gehalt.de erläutert Lohnsteuer, Freibeträge und Kirchensteuer ausführlich, verlinkt aber nicht auf Gesetzestexte.
- 9Die geprüften Seiten sind deutschsprachig; eine anderssprachige Fassung des Rechners war nicht verlinkt.
- 10Finanztip: Rechner „Brutto-Netto-Rechner 2026 & 2027“; Anleitung: Daten für 2026 eingeben, dann „oben das Jahr auf 2027“ ändern. Steuerwerte 2027 laut Finanztip aus dem Regierungsentwurf vom 2. September 2026, ausdrücklich als vorläufig gekennzeichnet.
- 11Finanztip rechnet für 2027 die Beitragsbemessungsgrenzen aus dem Verordnungsentwurf des BMAS vom 21. September 2026 (KV/PV 76.500 €, RV/ALV 106.200 €) inklusive der Sonderanhebung nach dem GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz ein und verlinkt beide Entwürfe.
- 12Auf der geprüften Finanztip-Seite war keine Netto-zu-Brutto-Rechnung zu finden.
- 13Finanztip-Formular: Zeitraum, Bruttolohn, Alter, Steuerklasse, Bundesland (Auswahlfeld), Kinder, Kirchensteuer, zusätzlicher Steuerfreibetrag, gesetzliche Renten-, Kranken- und Arbeitslosenversicherung jeweils Ja/Nein sowie Auswahl der eigenen gesetzlichen Krankenkasse.
- 14Finanztip schreibt selbst, der Rechner sei für Beamte „meist nur eine erste Orientierung“, und verweist auf den Bezügerechner des Bundesverwaltungsamts.
- 15Finanztip schreibt selbst, man habe sich entschieden, „den Midijob nicht speziell zu berücksichtigen“, und verweist auf den Midijob-Rechner der Deutschen Rentenversicherung.
- 16Auf der geprüften Finanztip-Rechnerseite nicht angeboten; Finanztip kann andere Rechner an anderer Stelle führen.
- 20Im Hauptrechner wählbar unter „Sozialabgaben 2027“: voreingestellt wie im Lohnsteuer-Programmablaufplan 2027 (Entwurf des BMF vom 08.10.2026: Beitragsbemessungsgrenzen 2027, Pflegezuschlag für Kinderlose 0,9 %), zum Vergleich auch mit dem Stand 2026. Abweichende Sätze rechnet der Sozialabgaben-Rechner 2027.
- 21Im Hauptrechner gilt der durchschnittliche Zusatzbeitrag (2026: 2,9 %); den Satz der eigenen Kasse rechnet der Brutto-Netto-Rechner mit Krankenkasse.
- 22Ohne Sozialabgaben und mit privater Krankenversicherung rechnet der Beamten-Rechner; der Hauptrechner geht von gesetzlicher Versicherung aus.
- 23Der Netto-zu-Brutto-Rechner ist eine eigene Seite (nicht im Hauptrechner) und sucht das Brutto exakt mit derselben Engine, wahlweise für 2026 oder 2027.
Was die Unterschiede praktisch bedeuten
2027: gleicher Steuerentwurf, Sozialabgaben wählbar
Für die Lohnsteuer 2027 nutzen BruttoNettoCalculator und Finanztip denselben Regierungsentwurf vom 2. September 2026 — bei gleichen Eingaben stimmt der Steueranteil überein. Bei den Sozialabgaben rechnet Finanztip die geplanten Beitragsbemessungsgrenzen immer ein; im Rechner 2027 wählen Sie selbst zwischen dem beschlossenen Stand 2026 und dem Entwurf 2027 — spürbar wird das erst ab rund 5.800 € brutto im Monat. Höhere Beitragssätze spielt der Sozialabgaben-Rechner 2027 durch. Beim Steuerteil können Sie zwischen „ohne Reform“, „Entwurf 2027“ und „Stufe 2028“ wechseln — falls der Entwurf im Bundestag noch geändert wird.
Netto zu Brutto: die Frage vor jedem Jobwechsel
„Ich will 2.500 € netto — welches Brutto muss ich fordern?“ Diese Umkehrrechnung löst bei uns ein eigener Rechner exakt mit derselben Engine, auch für 2027. gehalt.de empfiehlt dafür eine Faustregel (1,3- bis 1,4-fach), auf der geprüften Finanztip-Seite gibt es sie nicht. Direkt zum Netto-zu-Brutto-Rechner.
Sonderfälle: Beamte, Midijob, Firmenwagen
Für Beamte gilt eine andere Logik — keine Sozialabgaben, dafür Beihilfe und private Krankenversicherung. Im Midijob-Übergangsbereich (603,01–2.000 € brutto) sind die Arbeitnehmer-Beiträge reduziert; Finanztip schreibt selbst, diesen Fall nicht speziell zu berücksichtigen. Ein Firmenwagen erhöht über die 1 %-Regelung das zu versteuernde Brutto. Für alle drei Fälle gibt es hier eigene Rechner: Beamten-Rechner, Midijob-Rechner, Firmenwagenrechner.
Wo Finanztip stärker ist
Finanztip lässt Sie im selben Formular Ihre eigene Krankenkasse auswählen und zeigt so direkt, ob ein Kassenwechsel Geld spart — bei uns ist das ein separater Rechner. Alter, Steuerfreibetrag und ein Verzicht auf Renten- oder Arbeitslosenversicherung lassen sich direkt einstellen, und die verwendeten 2027-Entwürfe sind auf der Seite verlinkt.
Wo gehalt.de stärker ist
gehalt.de kann vergangene Steuerjahre berechnen (2024 und 2025) — praktisch, wenn Sie eine alte Abrechnung nachvollziehen wollen. Der Detailmodus erlaubt Geburtsjahr und individuellen Krankenkassensatz, und als Teil der Stepstone-Gruppe steht dahinter eine große Gehaltsdatenbank mit Branchen-Vergleichswerten.
Beispiel: Was passiert eigentlich mit dem Brutto?
Unabhängig vom gewählten Rechner läuft jede Berechnung nach demselben Schema — Steuern und Sozialabgaben werden vom Brutto abgezogen. Für 3.000 € brutto in Steuerklasse I sieht die Aufteilung 2026 so aus:
Woran Sie einen verlässlichen Brutto-Netto-Rechner erkennen
Wenn zwei Rechner unterschiedliche Nettobeträge zeigen, liegt das fast nie an einem Rechenfehler, sondern an Voreinstellungen. Diese Punkte entscheiden, wie nah ein Ergebnis an Ihrer echten Lohnabrechnung liegt — prüfen Sie sie in jedem Rechner:
Nennt der Rechner sein Steuerjahr und seine Rechtsgrundlage?
Seriöse Rechner schreiben hin, mit welchem Jahr sie rechnen (2026 oder 2027) und auf welcher Grundlage — der Einkommensteuer-Formel nach § 32a EStG und den Sozialversicherungs-Rechengrößen. Für 2027 sollte zusätzlich klar sein, ob Entwurfswerte verwendet werden.
Können Sie den Krankenkassen-Zusatzbeitrag anpassen?
Der Zusatzbeitrag liegt 2026 im Schnitt bei 2,9 %, Ihre Kasse kann darüber oder darunter liegen. Bei 3.000 € brutto machen 0,5 Prozentpunkte Unterschied rund 7,50 € netto im Monat aus. Rechner mit fester Voreinstellung sind für den Überblick gut, für die exakte Abrechnung eher nicht.
Wird der Pflegeversicherungs-Zuschlag für Kinderlose berücksichtigt?
Kinderlose ab 23 Jahren zahlen 0,6 % mehr in die Pflegeversicherung. Wer das nicht abfragt, rechnet für einen großen Teil der Nutzer zu hoch.
Gibt es ein Feld für Kirchensteuer und Bundesland?
Kirchensteuer kostet 8 % (Bayern, Baden-Württemberg) oder 9 % (übrige Länder) der Lohnsteuer. Ohne diese Angabe kann das Ergebnis bei Kirchenmitgliedern deutlich abweichen.
Steht dabei, wann zuletzt aktualisiert wurde?
Steuerwerte ändern sich jährlich, teils unterjährig. Ein sichtbares Aktualisierungsdatum ist das einfachste Qualitätssignal — fehlt es, rechnet der Rechner womöglich noch mit Vorjahreswerten.
Methodik: So wurde verglichen
- Grundlage sind ausschließlich die öffentlich abrufbaren Rechnerseiten, aufgerufen am 2. Oktober 2026 — ohne Konto, ohne Login.
- Jede Zelle mit Unterschied trägt eine Fußnote mit Beleg. „Nein“ steht nur, wo der Anbieter es selbst so schreibt oder die Seite es eindeutig zeigt; alles andere als „nicht auf dieser Seite“.
- Es werden keine Nutzerbewertungen oder Sterne ausgewiesen — uns liegen dazu keine belastbaren Daten vor.
- Der Vergleich wird quartalsweise geprüft. Ändert ein Anbieter seinen Funktionsumfang, wird die Tabelle korrigiert.
Häufige Fragen zum Rechner-Vergleich
Welcher Brutto-Netto-Rechner ist der genaueste?
Welcher Rechner kann das Steuerjahr 2027?
Was kann der Brutto-Netto-Rechner von Finanztip?
Sind die Rechner von gehalt.de und Finanztip kostenlos?
Wo liegen die Stärken von gehalt.de?
Warum zeigen zwei Rechner unterschiedliche Nettobeträge?
Ist dieser Vergleich neutral?
Fazit: Rechnen Sie mit Ihren eigenen Zahlen
Für das Netto 2026 nehmen sich die drei Rechner wenig — sie nutzen dieselbe gesetzliche Formel. Der Unterschied liegt im Drumherum: Wer 2027 in mehreren Szenarien — Steuer und Sozialabgaben getrennt umschaltbar —, die exakte Netto-zu-Brutto-Rechnung oder einen Sonderfall wie Beamte, Midijob oder Firmenwagen braucht, findet das hier. Wer seine eigene Krankenkasse, Alter und Freibetrag im selben Formular eingeben will, ist bei Finanztip gut aufgehoben; wer eine alte Abrechnung nachrechnen will, bei gehalt.de.
