Rente & Vorsorge

Vermögenswirksame Leistungen 2026: Bis zu 40 € vom Chef — lohnt sich das?

Viele Arbeitnehmer haben Anspruch auf bis zu 40 € vermögenswirksame Leistungen im Monat — und rufen sie nie ab. Was VL sind, welche Förderung der Staat draufsattelt und welche Anlageform am meisten bringt.

Redaktion BruttoNettoCalculator
6 Min. Lesezeit
Ratgeber
Geprüft von:
Redaktion BruttoNettoCalculator(Fachredaktion für Lohn- & Steuerthemen)Zuletzt aktualisiert am 21. August 2026
Vermögenswirksame Leistungen 2026: Bis zu 40 € vom Chef — lohnt sich das?
Inhaltsverzeichnis

Kurz beantwortet

Vermögenswirksame Leistungen sind ein Zuschuss des Arbeitgebers von in der Regel 6 bis 40 € im Monat, der direkt in einen Sparvertrag fließt. Zusätzlich zahlt der Staat die Arbeitnehmersparzulage: 20 % auf bis zu 400 € jährlich beim Fondssparen und 9 % auf bis zu 470 € beim Bausparen — maximal 123 € im Jahr für Alleinstehende. Die Einkommensgrenze liegt 2026 bei 40.000 € zu versteuerndem Einkommen (80.000 € bei Zusammenveranlagung).

Die wichtigsten Zahlen auf einen Blick

Arbeitgeberzuschuss
meist 6 – 40 € / Monat
Sparzulage Fondssparen
20 % auf max. 400 € = 80 €
Sparzulage Bausparen
9 % auf max. 470 € = 42,30 €
Maximale Zulage
123 € (Single) · 246 € (Paar)
Einkommensgrenze
40.000 € / 80.000 € zvE
Vertragslaufzeit
6 Jahre sparen + 1 Ruhejahr

Vermögenswirksame Leistungen sind die vermutlich am häufigsten liegen gelassene Arbeitgeberleistung in Deutschland. Der Anspruch steht im Tarifvertrag oder Arbeitsvertrag — abgerufen wird er nur, wenn der Arbeitnehmer selbst einen Vertrag abschließt und die Daten weitergibt. Wer das nicht tut, bekommt schlicht nichts.

Was sind vermögenswirksame Leistungen?

VL sind ein zweckgebundener Zuschuss: Der Arbeitgeber überweist einen festen Monatsbetrag nicht auf Ihr Gehaltskonto, sondern direkt in einen Sparvertrag. Sie können das Geld während der Laufzeit nicht abheben.

Die Höhe richtet sich nach Tarifvertrag, Betriebsvereinbarung oder Arbeitsvertrag. Übliche Werte:

Branche / Regelungtypischer VL-Betrag
Metall- und Elektroindustriebis 40 € / Monat
Öffentlicher Dienst (TVöD)6,65 € / Monat
Bauhauptgewerbebis 40 € / Monat
ohne Tarifbindung0 – 40 €, frei vereinbar

Der gesetzliche Höchstbetrag für die staatliche Förderung liegt bei 40 € im Monat (480 € im Jahr). Zahlt Ihr Arbeitgeber weniger, können Sie die Differenz aus dem eigenen Netto aufstocken — die Sparzulage bemisst sich am eingezahlten Gesamtbetrag, nicht nur am Arbeitgeberanteil.

Die Arbeitnehmersparzulage: was der Staat draufzahlt

Neben dem Arbeitgeberzuschuss fördert der Staat das Sparen — allerdings nur bei bestimmten Anlageformen und unterhalb von Einkommensgrenzen.

AnlageformFördersatzgeförderter Höchstbetragmaximale Zulage / Jahr
Beteiligungssparen (Aktienfonds, Belegschaftsaktien)20 %400 €80 €
Bausparen / Baufinanzierung9 %470 €42,30 €
beides kombiniert870 €123 € (gerundet)

Beide Töpfe lassen sich kombinieren: Wer 400 € in einen Fondssparplan und 470 € in einen Bausparvertrag einzahlt, bekommt beide Zulagen. Bei Ehepaaren, die beide berufstätig sind, verdoppelt sich das auf bis zu 246 € im Jahr.

Einkommensgrenzen 2026

Die Sparzulage gibt es nur unterhalb dieser Grenzen — maßgeblich ist das zu versteuernde Einkommen, nicht das Bruttogehalt:

VeranlagungEinkommensgrenze (zvE)
Einzelveranlagung40.000 €
Zusammenveranlagung80.000 €

Die Grenze wurde 2024 deutlich angehoben — vorher lag sie bei 20.000 € bzw. 40.000 € und schloss die meisten Vollzeitbeschäftigten aus. Seither profitieren deutlich mehr Arbeitnehmer.

Wichtig: Das zu versteuernde Einkommen liegt erheblich unter dem Bruttogehalt. Nach Abzug von Sozialversicherungsbeiträgen, Werbungskosten und Sonderausgaben landet ein Bruttojahresgehalt von rund 55.000 € typischerweise bei einem zvE um die 40.000 €. Ihren genauen Wert finden Sie im Steuerbescheid oder ermitteln ihn mit dem Einkommensteuer-Rechner.

Welche Anlageform lohnt sich?

Aktienfonds-Sparplan — meist die beste Wahl

Mit 20 % Fördersatz ist das Beteiligungssparen deutlich attraktiver als Bausparen. Rechnung für einen typischen Fall über die siebenjährige Bindung:

  • Arbeitgeber zahlt 40 € × 12 × 6 Jahre = 2.880 €
  • Sparzulage 80 € × 6 Jahre = 480 € (bei 400 € geförderter Einzahlung pro Jahr)
  • Eigener Aufwand: 0 €

Selbst ohne jede Wertentwicklung stehen nach sechs Jahren rund 3.360 € auf dem Konto, die vollständig aus Fremdmitteln stammen. Kommt eine durchschnittliche Fondsrendite hinzu, liegt der Endwert deutlich höher. Das Kursrisiko besteht, ist über sechs bis sieben Jahre aber vertretbar — und Sie riskieren kein eigenes Geld.

Bausparvertrag

Sinnvoll, wenn ohnehin eine Immobilienfinanzierung geplant ist. Der Fördersatz von 9 % ist niedriger, dafür entfällt das Kursrisiko und Sie sichern sich Darlehenszinsen. Zusätzlich kann die Wohnungsbauprämie greifen.

Banksparplan

Sicher, aber nicht durch die Arbeitnehmersparzulage gefördert. Nur sinnvoll, wenn Sie über der Einkommensgrenze liegen und maximale Sicherheit wollen — dann ist der Arbeitgeberzuschuss allein immer noch geschenktes Geld.

Tilgung eines Immobiliendarlehens

VL dürfen auch direkt in die Tilgung eines Baudarlehens fließen — mit 9 % Förderung wie beim Bausparen. Für Immobilienbesitzer oft die einfachste Variante.

Wie VL steuerlich behandelt werden

Der Arbeitgeberzuschuss ist steuer- und sozialversicherungspflichtiger Arbeitslohn. Er erhöht also Ihr Bruttogehalt und wird ganz normal verbeitragt — netto kommt entsprechend weniger als der Bruttobetrag im Sparvertrag an, weil die Abgaben auf den VL-Betrag von Ihrem übrigen Netto abgehen.

Bei 40 € VL und einem typischen Abgabensatz von rund 35 % kostet Sie das etwa 14 € netto pro Monat. Sie erhalten dafür 40 € Sparleistung plus anteilige Sparzulage — ein klares Plus, aber eben kein reines Geschenk. Wie sich zusätzlicher Bruttolohn bei Ihnen auswirkt, zeigt der Gehaltserhöhungs-Rechner.

Laufzeit und Verfügbarkeit

Ein VL-Vertrag läuft nach einem festen Muster:

  1. 6 Jahre Sparphase — monatliche Einzahlungen,
  2. 1 Ruhejahr — keine Einzahlung, Kapital bleibt gebunden,
  3. danach freie Verfügung über das Guthaben.

Nach sieben Jahren können Sie das Geld entnehmen und einen neuen Vertrag beginnen. Wer den Vertrag vorzeitig auflöst, verliert die Arbeitnehmersparzulage rückwirkend — außer bei anerkannten Gründen wie längerer Arbeitslosigkeit, Erwerbsunfähigkeit, Heirat oder Aufnahme einer selbstständigen Tätigkeit.

So kommen Sie an Ihre VL

  1. Anspruch prüfen. Schauen Sie in Arbeitsvertrag, Tarifvertrag oder Betriebsvereinbarung — oder fragen Sie direkt in der Personalabteilung.
  2. Vertrag abschließen. Fondssparplan, Bausparvertrag oder Banksparplan bei einem Anbieter Ihrer Wahl. Der Arbeitgeber darf Ihnen keinen bestimmten Anbieter vorschreiben.
  3. Daten weitergeben. Vertragsnummer und Bankverbindung an die Personalabteilung — ab dem Folgemonat fließt der Zuschuss.
  4. Sparzulage beantragen. Der Anbieter übermittelt die Daten elektronisch; Sie kreuzen die Sparzulage in der Steuererklärung an (Anlage N). Ausgezahlt wird sie gesammelt am Ende der Sparphase, nicht jährlich.

Rückwirkend geht nichts. Wer den Vertrag erst im Oktober abschließt, bekommt für Januar bis September nichts nachgezahlt. Je früher im Jahr, desto besser.

VL oder betriebliche Altersvorsorge?

Beides sind Arbeitgeberleistungen, funktionieren aber gegensätzlich:

MerkmalVermögenswirksame LeistungenBetriebliche Altersvorsorge
Herkunftzusätzlich zum Gehaltmeist Umwandlung aus dem Gehalt
Steuer & SV in der Ansparphasevoll pflichtigsteuer- und beitragsfrei im Rahmen der Grenzen
Verfügbarkeitnach 7 Jahrenerst im Ruhestand
Staatliche FörderungSparzulage bis 123 €Steuer- und SV-Ersparnis

Sie schließen sich nicht aus — im Gegenteil. VL sind zusätzliches Geld vom Arbeitgeber, die bAV verschiebt eigenes Geld in die Zukunft. Wer beides nutzen kann, sollte VL zuerst abrufen, weil dort kein eigener Gehaltsverzicht nötig ist. Was die Entgeltumwandlung netto kostet, rechnet der bAV-Rechner aus.

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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Fundierte Antworten auf die wichtigsten Fragen zu diesem Thema.

?Wie hoch sind vermögenswirksame Leistungen 2026?+

Der Arbeitgeberzuschuss liegt je nach Tarif- oder Arbeitsvertrag meist zwischen 6 und 40 € im Monat. Staatlich gefördert werden Einzahlungen bis 40 € monatlich, also 480 € im Jahr. Zahlt der Arbeitgeber weniger, können Sie aus eigenem Netto aufstocken.

?Wie hoch ist die Arbeitnehmersparzulage 2026?+

20 % auf bis zu 400 € jährlich beim Beteiligungssparen (maximal 80 €) und 9 % auf bis zu 470 € beim Bausparen (maximal 42,30 €). Kombiniert ergibt das bis zu 123 € im Jahr für Alleinstehende und 246 € für zusammen veranlagte Paare, wenn beide berufstätig sind.

?Wie hoch ist die Einkommensgrenze für vermögenswirksame Leistungen?+

Die Arbeitnehmersparzulage gibt es 2026 bis zu einem zu versteuernden Einkommen von 40.000 € bei Einzelveranlagung und 80.000 € bei Zusammenveranlagung. Maßgeblich ist das zu versteuernde Einkommen laut Steuerbescheid, nicht das Bruttogehalt.

?Lohnen sich vermögenswirksame Leistungen?+

In der Regel ja. Der Arbeitgeberzuschuss ist zwar steuer- und sozialversicherungspflichtig und kostet Sie bei 40 € rund 14 € netto — Sie erhalten dafür aber 40 € Sparleistung plus Sparzulage. Über sechs Jahre kommen so mehrere tausend Euro zusammen, ohne dass Sie eigenes Kapital einsetzen.

?Welche Anlageform ist bei VL die beste?+

Für die meisten der Aktienfonds-Sparplan: 20 % Fördersatz gegenüber 9 % beim Bausparen, und über sechs bis sieben Jahre Laufzeit ist das Kursrisiko vertretbar. Bausparen lohnt sich, wenn ohnehin eine Immobilienfinanzierung geplant ist. Banksparpläne werden gar nicht gefördert.

?Wann kann ich über das VL-Guthaben verfügen?+

Nach sieben Jahren: sechs Jahre Sparphase plus ein Ruhejahr. Eine vorzeitige Auflösung führt zum rückwirkenden Verlust der Arbeitnehmersparzulage — außer bei anerkannten Gründen wie längerer Arbeitslosigkeit, Erwerbsunfähigkeit, Heirat oder Aufnahme einer Selbstständigkeit.

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Quellen & Rechtsgrundlagen

Stand: 22. August 2026. Alle Angaben wurden nach bestem Wissen recherchiert und beziehen sich auf die Rechtslage in Deutschland. Der Beitrag dient der Information und ersetzt keine individuelle Steuerberatung.

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